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MitteilungVeröffentlicht am 12. Februar 2026

Schlussbericht: Fachkräftesituation im Bereich der Geoinformation

Geoinformationen sind das unsichtbare Rückgrat unserer Gesellschaft – von der Klimaforschung bis zur Infrastrukturplanung. Doch während der Bedarf an präzisen und aktuellen Raumdaten explodiert, könnte sich beim Nachwuchs eine Lücke öffnen. Der Schlussbericht zur Fachkräftesituation im Bereich Geoinformation kommt zu dem Ergebnis, dass angesichts des grossen demografischen Wandels auch die Geoinformationsbranche die Weichen stellen muss.

Schlussbericht: Fachkräftesituation im Bereich der Geoinformation

Im Rahmen der Strategie Geoinformation Schweiz (SGS) verfolgen Bund und Kantone das Ziel, Geoinformationen einfach zugänglich und vernetzbar zu machen. Das Aktionsfeld 6 der SGS widmet sich explizit der Sicherung von Kompetenzen. Im Auftrag von swisstopo hat die econcept AG die aktuelle Situation analysiert, um den Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften zu quantifizieren, die Ursachen des Mangels zu identifizieren und konkrete Massnahmen vorzuschlagen, die auf die verschiedenen Akteure zugeschnitten sind.

Wer wird die öffentlichen Geodaten von morgen produzieren?

Die Schlussfolgerungen des Berichts zum Nachwuchs betreffen nicht nur die Bundes- und Kantonsbehörden, sondern alle Nutzer von Geoinformationen. Alle Akteure – Bund, Kantone und Wirtschaft – müssen ihre Anstrengungen koordinieren, um die Fachkräfte von morgen zu gewinnen und auszubilden und so die Kontinuität und Qualität der Geodatenproduktion zu gewährleisten.

Zentrale Ergebnisse

Die Analyse der Daten zur Ausbildung und zum Arbeitsmarkt zeichnet ein Bild der Stagnation, während die Nachfrage steigt:

  • Berufliche Grundbildung: Die Zahl der Auszubildenden in Geomatik bewegt sich seit zehn Jahren stabil auf einem niedrigen Niveau von ca. 600 pro Jahr. Erfreulich ist die unterdurchschnittliche Quote der aufgelösten Lehrverträge.
  • Höhere Berufsbildung: Bei den Geomatiktechniker/innen ist seit 2021 eine leicht rückläufige Tendenz feststellbar – 2024 wurde ein Tiefststand erreicht.
  • Hochschulstufe: Die Absolventenzahlen an universitären Hochschulen (ca. 900 pro Jahr) bleiben stabil, wachsen jedoch deutlich langsamer als in anderen Fachbereichen.
  • Arbeitsmarkt: De facto herrscht Vollbeschäftigung. Die Arbeitslosenquote ist extrem niedrig, was den Druck auf Unternehmen und Behörden in Bezug auf die Personalbeschaffung erheblich erhöht.

Einschätzungen und Ursachen

In Interviews mit Expertinnen und Experten wurden mehrere Hürden bei der Gewinnung von Fachkräften identifiziert:

  • Geringe Bekanntheit: Das Berufsfeld Geoinformation wird oft als «Nische» wahrgenommen und ist in der breiten Öffentlichkeit zu wenig präsent.
  • Konkurrenzdruck: Die Branche konkurriert mit dem IT-Sektor um Talente. Die Löhne im Geobereich gelten teils als weniger konkurrenzfähig.
  • Standortfaktoren: Die Arbeitsorte liegen oft fernab urbaner Zentren, was die Attraktivität für junge Fachkräfte mindern kann.
  • Lesen Sie hier den vollständigen Bericht: